Projektausschreibungen: 8 Fehler, die Freelancer abschrecken
Die Suche nach einem passenden Projekt gestaltet sich für Freelancer nicht immer leicht. Das liegt nicht selten an der Projektausschreibung der Auftraggeber. Wir von freelancermap haben unsere Freiberufler für den Freelancer Kompass 2026 gefragt, welche Kriterien auf jeden Fall dazu führen, dass sie sich nicht bewerben. Für Auftraggeber sind diese Erkenntnisse besonders wertvoll – denn bereits kleine Fehler in der Ausschreibung können qualifizierte Experten abschrecken.
Das Wichtigste im Überblick
- Faire Bezahlung: 70 % der Freelancer lehnen Projekte mit zu niedrigem Stundensatz ab, denn: Qualität hat ihren Preis.
- Passendes Anforderungsprofil: 62 % der Befragten lehnen ab, wenn das Projekt nicht zu den eigenen Fähigkeiten passt. Weitere 9 % springen ab, wenn die Ausschreibung zu wenig Informationen enthält.
- Flexibilität: Knapp die Hälfte der Befragten (49 %) bevorzugt Remotearbeit.
- Der gute Ruf: 7% der Freelancer meiden Unternehmen mit schlechter Reputation oder fehlender Zuverlässigkeit.
- Transparenz: Detaillierte Informationen zu Aufgaben, Skills und Rahmenbedingungen sind entscheidend für mehr (und bessere) Bewerbungen.
- Kommunikation: 55 % nennen unklare Anforderungen und Briefings als häufigste Hürde in der Projektkommunikation.
Die häufigsten Fehler in Projektausschreibungen
Eine gute Projektausschreibung kann über die Anzahl und Qualität der Bewerbungen entscheiden. Genauso wie Fehler und unpassende Beschreibungen dazu führen können, dass die erwünschten Bewerber ausbleiben. Was eine gute Projektbeschreibung ausmacht, verraten wir hier.
Doch was sind nun die häufigsten Fehler – die No-Gos, die Unternehmen unbedingt vermeiden sollten? Wir haben unsere Freelancer befragt und so haben sie geantwortet. Alle Daten im Detail gibt es im Freelancer-Kompass.
Niedriger Stundensatz
Unangefochten auf Platz 1 der absoluten No-Gos in Sachen Projektausschreibung: Ein zu niedriger Stundensatz. Für 70 % der Befragten kommt eine Bewerbung nicht infrage, wenn der Auftraggeber schon in der Ausschreibung geizig wirkt.
Wer auf der Suche nach einem guten Freelancer ist, muss auch den Preis für einen guten Freelancer zahlen. Für gute Arbeit schlechtes Geld zu bezahlen, macht von Anfang an einen schlechten Eindruck und hält Auftraggebern die guten Bewerber auf jeden Fall vom Leib.
Im Durchschnitt verlangen Freelancer auf freelancermap knapp 103 Euro die Stunde. Das variiert aber stark nach Branche und Tätigkeit.
Projekt passt nicht zu den eigenen Fähigkeiten

Für 62 % der Befragten kommt kein Auftrag zustande, wenn sie das Gefühl haben, nicht ganz zu der Ausschreibung zu passen. Genau deshalb ist eine ausführliche und detailreiche Projektbeschreibung auch so wichtig. Und: Was genau die Kunden vom Freelancer erwarten, sollte detailreich ergänzt sein.
Remote-Anteil
Wenn es um Aufgaben geht, für die der Freiberufler unbedingt vor Ort sein muss, ist von Auftraggeber-Seite natürlich wenig zu machen. Dennoch ist das ein No-Go für ganze 49 % der von uns Befragten.
Für alle anderen Dinge sollten Auftraggeber den Bewerbern die Möglichkeit bieten, im Homeoffice zu arbeiten. Das sorgt für eine deutlich größere Auswahl an Bewerbern für das Projekt und mehr Flexibilität für Freelancer.
Arbeitsweg zu weit
Wieder einmal zeigt sich: Remote-Arbeit ist das Modell der Zukunft. 18 Prozent der Freelancer würden ein Projekt ausschlagen, wenn der Arbeitsweg zu weit ist. Deshalb sollten Unternehmen klar auf mobile Arbeit setzen oder, zur Not, ein hybrides Modell in Betracht ziehen.
Auch hier gilt: Ist die Anwesenheit in Persona dringend erforderlich, lässt sich wenig machen. Man lässt sich allerdings auch gute Freelancer durch die Finger gleiten.
Projektinformationen unzureichend
9 Prozent der von uns befragten Freelancer lehnen Projekte ab, wenn sie keine klaren Informationen enthalten. Für Unternehmen bedeutet das, dass sie unbedingt auf eine klare Beschreibung der Aufgabengebiete achten sollten.
Welche Skills soll der gewünschte Freelancer haben, was muss er im umzusetzenden Projekt leisten und was genau bietet das Unternehmen? All diese Fragen sollten schon in der Ausschreibung beantwortet werden.
Ruf des Unternehmens zu schlecht
7% der Freelancer würde ein Projekt ablehnen, wenn dem Unternehmen ein schlechter Ruf vorausgeht. Berechtigterweise zögern Selbstständige, wenn andere Mitarbeiter oder Freelancer vor der Zusammenarbeit warnen.
Etwa, wenn Rechnungen nicht rechtzeitig bezahlt werden, Arbeit nicht fair entlohnt wird oder Projekte auf andere Weise nicht reibungslos ablaufen. An der eigenen Reputation zu arbeiten (und das nicht nur wenn man gute Freelancer an Land ziehen möchte) sollte also eine Priorität für Unternehmen sein.
Unklare Anforderungen und Briefings
Einer der häufigsten Reibungspunkte entsteht nicht in der Ausschreibung selbst, sondern erst danach. 55 % der Freelancer nennen unklare Anforderungen und Briefings als häufigste Herausforderung in der Projektkommunikation.
Wer schon in der Ausschreibung benennt, was am Ende konkret abgenommen wird, spart sich Nachverhandlungen und schreckt gute Bewerber nicht ab.
Verzögerte Rückmeldungen und fehlende Entscheidungen
47 % der Befragten nennen verzögerte Rückmeldungen als grundlegendes Problem in der Kommunikation. 42 % nennen fehlende Entscheidungskompetenz auf Kundenseite
Für Auftraggeber heißt das: Schon in der Ausschreibung einen festen Ansprechpartner benennen, der entscheiden darf, und realistische Reaktionszeiten zusagen.
Weitere Gründe zur Ablehnung von Projekten
Was treibt Freelancer weiter dazu, Projekte abzulehnen – selbst, wenn die Auftragslage aktuell schwierig ist? Diese Gründe liegen nur teilweise im Einflussbereich der Auftraggeber, sind aber spannend, im Hinterkopf zu behalten:
- 23 % Kapazitätsgrenze überschritten
- 18 % Arbeitsweg zu weit
- 6 %: Fachliche Herausforderung zu gering
- 4 %: Sprachbarriere zu groß
Außerdem wünschen sich Freelancer, dass Unternehmen mehr auf Digitalisierung von Geschäftsprozessen setzen. Das vereinfacht ihre Zusammenarbeit als auch die Arbeit der Freelancer an sich.
Kapazitätsgrenze überschritten
Etwa ein Viertel der Freelancer (23 %) lehnt Projekte aus Gründen der Kapazität ab. Ist die nächste Zeit ohnehin schon voll verplant und laufen Projekte über einen längeren Zeitraum, lässt sich hier nichts machen – selbst, wenn ein Projekt sehr lukrativ wirkt und das Freelancer-Profil zu einhundert Prozent passt. Da können aber selbst erfahrenste Recruiter nichts machen.
Hier heißt es einfach: Weitersuchen und die Person, falls sie für weitere Projekte in Betracht gezogen werden kann, in der Kontaktliste halten.
Projekt auf freelancermap ausschreiben: So geht’s
Sie haben die häufigsten Fehler im Blick und wollen Ihr Projekt ausschreiben? Auftraggeber erstellen ihr Projekt auf freelancermap direkt im Editor, im Basis-Abo vollkommen kostenlos:
- Kostenlos als Auftraggeber registrieren
- Aussagekräftigen Titel und eine detaillierte Kurzbeschreibung mit konkreten Aufgaben einfügen
- Ziele anlegen, dazu die geforderten Soft und Hard Skills
- Arbeitsmodell und Einsatzort eingeben, z.B. „100 % remote“ oder „2 Tage pro Woche vor Ort in München“.
- Zeitplan und Stundensatz ergänzen
- Veröffentlichen
Eine ausgefüllte Musterbeschreibung sowie Vorlagen als Word, PDF und ODT finden Sie in unserem Artikel: Projektbeschreibung formulieren: Was muss rein?
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