Durststrecken & Projektflauten: 6 Tipps gegen den Schweinezyklus

SelbststĂ€ndige und Freelancer kennen sie: Durststrecken und Projektflauten – das stĂ€ndige Auf und Ab in der Auslastung. Mal können sich Freiberufler vor Projektanfragen kaum retten, mal gleicht der Projektmarkt einer WĂŒstenlandschaft. Besonders wĂ€hrend der Urlaubszeit. Wie der Schweinezyklus umgangen werden und Durststrecken produktiv genutzt werden können, kann im folgenden Artikel nachgelesen werden.

Das Leben als Freelancer ist nicht immer leicht – dafĂŒr abwechslungsreich. Manchmal lĂ€uft es rund und Freelancer können sich vor Arbeit kaum retten. Dann kommen wieder Zeiten, in denen es den Anschein hat, als ob sĂ€mtliche potenzielle Kunden sich gegen Freiberufler verschworen hĂ€tten. Immer ein Projekt in Petto zu haben, fĂ€llt schwer – laut unserer Umfrage empfinden ĂŒber zwei Drittel der Freelancer die Projektakquise als die grĂ¶ĂŸte Herausforderung am Freelancer-Dasein.

Probleme von Freelancern
Die Projektakquise wird als grĂ¶ĂŸte Herausforderung fĂŒr Freelancer eingestuft.
Quelle: Freelancer-Kompass 2023

Das Ziel ist natĂŒrlich ein gesundes Mittelmaß, so viel Auslastung, dass die Work-Life-Balance nicht zu kurz kommt – jedoch genug, um davon gut leben zu können. Doch auch wenn sich mal eine Projektdurststrecke einschleicht, bedeutet das nicht das Ende.

Mit unseren Tipps kommen Freelancer stÀrker aus der Flaute:

1. Konzentration auf Langzeit-Kunden

Viele verschiedene Projekte zu haben ist toll, um die Arbeit abwechslungsreich zu gestalten und kreativ sein zu können. Der Fokus sollte jedoch auf langfristigen Projekten liegen. Denn: Kunden zu behalten ist mit wesentlich weniger Aufwand verbunden als neue Kunden zu finden. Fakt ist: Die Zeit, die Freelancer bei der Suche nach kleinen Projekten investieren, wird nicht bezahlt.

Freelancer sollten daher versuchen, Kunden zu finden, mit denen sie eine regelmĂ€ĂŸige Zusammenarbeit aufbauen. So ist ihnen ein monatliches Grundeinkommen (relativ) sicher und sie sparen sich einen großen Teil der mĂŒhsamen und zeitaufwendigen Suche nach Neukunden.

Freelancer sollten sich regelmĂ€ĂŸig bei ehemaligen Kunden melden und nachfragen, ob sich ihre Projekte weiterentwickelt haben. Freiberufler kennen das Business bereits und haben daher beste Chancen auf potenzielle FolgeauftrĂ€ge.

2. Werbetrommel rĂŒhren

In Zeiten, in denen es richtig gut lĂ€uft, verfallen viele Freelancer in eine Art Marketing-Lethargie. Die Arbeit ruft, der Rubel rollt — fĂŒr Werbung ist keine Zeit. Ein großer Fehler. Marketing sollte zur Routine werden und in den Arbeitsalltag integriert werden. Je regelmĂ€ĂŸiger Freelancer sich darum kĂŒmmern, desto weniger Zeit mĂŒssen sie langfristig dafĂŒr aufwenden. Es sollte sich einmal die Woche ein Marketing-Terminblocker gesetzt und Marketing-Instrumente wie E-Mails und Social-Media-BeitrĂ€ge automatisiert werden, um noch effizienter zu arbeiten.

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Aktiv Dienstleistungen anbieten. Es sollte nicht darauf gewartet werden, dass Freelancer von Kunden gefunden werden. Im Zentrum dessen steht natĂŒrlich das eigene Freelancer-Profil, mit dem Freiberufler sich und ihre Erfahrungen im Netz prĂ€sentieren können.

3. Kundenfokus

Stecken Freelancer in einer Projektflaute, lohnt es sich, alles aus Kundensicht zu sehen. Was wird der Kunde erleben, wenn er die eigene Webseite oder das angelegte Freelancer-Profil besucht? Es sollten alle Prozesse lĂŒckenlos und geschmeidig gestaltet und so viele relevante Informationen wie möglich bereitgestellt werden — sobald irgendwo etwas fehlt oder nicht so funktioniert, wie es soll, ist ein Kunde schneller weg als gedacht.

Also unbedingt testen: Werden dem Kunden irgendwo Steine in den Weg gelegt oder wurde ihm alles so leicht wie möglich gemacht? Kann ein interessierter Kunde sich einfach und ausreichend ĂŒber die eigene Person informieren? Wie sieht das eigene Portfolio aus? Können Kunden problemlos Kontakt mit dem jeweiligen Freelancer aufnehmen? DafĂŒr sollte die Perspektive gewechselt oder ein Blick von Freunden darauf geworfen werden. Je einfacher der Zugang zu den eigenen Angeboten ist, desto schneller kommen Kunden mit Projekten auf die jeweiligen Freelancer zu.

4. Ruhigere Zeiten nutzen

Egal ob im Sommerloch oder in einer Projektflaute: Freelancer haben alles Mögliche getan, ihre To-Do-Liste abgearbeitet, alle AuftrĂ€ge erledigt und es bleibt nichts Produktives mehr zu tun? Jetzt kann an den eigenen Skills gearbeitet werden! Der Unterschied zu anderen Freelancern sind die eigenen FĂ€higkeiten, die Erfahrungen und die eigene Persönlichkeit. An allen Punkten kann gearbeitet werden. Es sollte sich daher im eigenen Fachgebiet weitergebildet werden, um noch kompetenter zu werden. Freelancer sollten beispielsweise Webinare oder E-Learning-Kurse zu Themen absolvieren, die sie interessieren. Das eigene Wissen sollte vertieft oder in neue Richtungen ausgebaut werden. SelbststĂ€ndige lernen schließlich nie aus. Also: Bevor nichts getan wird, sollte am Alleinstellungsmerkmal gearbeitet werden.

5. Durststrecke vorausplanen

Jedes Jahr um die gleiche Zeit steht eine vorhersehbare Flaute bevor? Die Ansprechpartner sind jedes Jahr im August schwer erreichbar und dadurch wir die eigene Arbeit ausgebremst? Oder es können saisonbedingt keine AuftrĂ€ge akquiriert werden? Dann planen sollten Freelancer ihren Urlaub zukĂŒnftig genau in dieser Zeit planen und eine Freelancer-Pause gemacht werden. Ob diese an einem fernen Strand in der SĂŒdsee oder beim Töpferkurs in Bayern verbracht wird, ist egal – wichtig ist nur, dass die Entspannung dabei nicht zu kurz kommt. Es sollte sich zur Abwechslung mal nicht mit Kunden beschĂ€ftigt werden. So kann Energie getankt und danach frisch erholt zurĂŒck in den Arbeitsalltag gestartet werden.

6. Sparen statt Protzen

Ja, es ist verlockend. Die Projektflaute ist vorbei, es wurde viel gearbeitet und auch viel Geld verdient. Zeit, sich etwas Schönes zu gönnen! NatĂŒrlich spricht nichts gegen einen tollen Urlaub oder eine sonstige Belohnung fĂŒr die harte Arbeit. Aber es sollte immer daran gedacht werden, dass auch wieder schlechtere Zeiten kommen. Freelancer sollten daher also nicht nur die Auftragslage, sondern auch ihre Finanzen vorausplanen, damit sie wissen, wie teuer die Belohnung ausfallen darf.

Freelancer sollten sich fĂŒr die nĂ€chste Durststrecke ein finanzielles Polster anlegen. Auf diese Weise meistern sie auch schwĂ€chere Phasen und kommen trotz schwankender Auslastung gut ĂŒber die Runden. Mehrere Konten können dabei hilfreich sein. Das eigene Einkommen sollte vom Hauptkonto aus verwaltet und sich ein separates Gehalt ausbezahlt werden. Etwas fĂŒr „schlechte Zeiten“, etwas fĂŒr die Ferien, etc. So sparen Freelancer automatisch Geld an und haben etwas fĂŒr NotfĂ€lle und Investitionen auf der Seite.

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