Freiberufler

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Der Begriff Freiberufler bezeichnet Arbeitskräfte, die selbständigen Tätigkeiten nachgehen, die gesetzlich als Freie Berufe definiert sind und demzufolge nicht gewerbesteuer-pflichtig sind. Als Freie Berufe gelten wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeiten.


Inhalt des Artikels:

  1. Definition
  2. Steuerliche Besonderheiten
  3. Unterschied Freiberufler vs. Freelancer

Definition

Freiberufler sind meist akademisch oder spezifisch hoch qualifizierte Fachkräfte, die selbständig Dienstleistungen ausführen. Die freien Berufe werden im EStG §18 festgehalten und durch das Partnergesellschaftsgesetz erweitert.

Alle freien Berufe werden über die sogenannte Liste der Katalogberufe definiert. Daneben gibt es auch die sogenannten katalog-ähnlichen Berufe. Sie ähneln den Katalogberufen hinsichtlich ihrer Leistungen aber auch hinsichtlich der Ausbildungsstandards. Sie unterliegen gewissen Prüfungsschemata, nach denen eine Einstufung als katalogähnlicher Beruf gewährt wird. Sind diese erfüllt, kann eine Einstufung als Freiberufler beim Finanzamt erfolgen, auch wenn es sich nicht um einen Katalogberuf handelt. Ist dies nicht der Fall, wird auch Gewerbesteuer fällig.

Die Ausübung eines freien Berufs kann entweder selbständig, in einem Angestelltenverhältnis oder auf Honorarbasis erfolgen. Freiberufler sind auch in der Lage, Mitarbeiter einzustellen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass sie weiterhin die Verantwortung für die erbrachte Arbeit zu tragen haben. Somit sind bei Haftungsproblemen stets die Freiberufler selbst haftbar und nicht deren Mitarbeiter.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine Kooperation einzugehen. Als Rechtsformen stehen dabei die Gesellschaft bürgerlichen Rechts und die Partnergesellschaft zur Auswahl. Anders als bei der GbR besteht bei der Partnergesellschaft die Möglichkeit, für jeden Vertrag eine Einzelhaftbarkeit der beteiligten Freelancer auszuschließen und nur diejenigen als haftbar zu benennen, die tatsächlich am Projekt mitwirken. Bei der GbR haften alle Beteiligten zu gleichen Anteilen, sollte sich ein Haftungsfall ergeben.

Steuerliche Besonderheiten

Selbständige Freiberufler sind nicht Gewerbesteuerpflichtig. Sie müssen sich lediglich mit einer Steuernummer beim Finanzamt anmelden. Fallen sie unter die Definition der Freien Berufe, müssen sie keine Gewerbesteuer zahlen. Trifft dies zu, entfällt auch die Pflicht, eine Bilanz für den Jahresabschluss zu verfassen. Eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung reicht aus.

Auch entfällt eine Pflicht zur Mitgliedschaft bei der IHK und der Eintragung ins Handelsregister. Lediglich die Einkommenssteuer und eine Umsatzsteuer werden verlangt. Jedoch nicht in allen Fällen, denn die Steuerlast richtet sich nach der Höhe von Umsatz und Gewinn.

Unterschied Freiberufler vs. Freelancer

Die Termini Freiberufler und Freelancer werden oft synonym verwendet. Dabei beschreibt der Begriff Freelancer weisungsungebundene Arbeitskräfte, die nicht lediglich einem Arbeitgeber unterstehen. Ein Freelancer kann auch ein Freiberufler sein, doch ein Freiberufler muss nicht zwingend ein Freelancer sein. Freiberufler gehören den als freie Berufe gekennzeichneten Katalogberufe aus dem Einkommenssteuergesetz an, während Freelancer freie Mitarbeitende in Unternehmen sind. Sie erledigen selbständig Aufträge von verschiedenen Kunden. Als Freelancer spielt die Ausbildung keine Rolle, vielfach sind IT-Profis und Medienleute als Freelancer unterwegs.

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