Welchen Stundensatz kann ein Grafiker verlangen?
Von der Gestaltung eines Firmenlogos bis zum Aufbau einer komplett neuen Corporate Identity: Das Aufgabenspektrum eines Grafikers, bzw. eines Grafikdesigners, ist sehr abwechslungsreich. Aber wird dieser kreative Beruf auch gut bezahlt? Wir verraten, welchen Stundensatz ein Grafiker verlangen kann und welche Faktoren die Stundensatzkalkulation eines Grafik-Freelancers beeinflussen.
Das Wichtigste im Überblick
- Festangestellte Grafiker verdienen durchschnittlich zwischen 3.188 € und 3.877 Euro brutto im Monat, was einem durchschnittlichen Stundensatz von etwa 21,97 € entspricht.
- Selbstständige Grafikdesigner erzielen im DACH-Raum im Schnitt 89 € pro Stunde, mit steigender Tendenz gegenüber dem Vorjahr.
- Der Stundensatz variiert stark nach Bundesland: am meisten verdienen Grafiker in Hessen (101 €), am wenigsten in Brandenburg (50 €).
- Erfahrung, Geschlecht und Arbeitsumfang beeinflussen die Vergütung deutlich: Männer verdienen im Schnitt 10 € mehr pro Stunde als Frauen
- Trotz hoher Stundensätze zeigen Umfragen, dass mehr als zwei Drittel der Grafik-Freelancer mit ihrem Einkommen unzufrieden sind – vor allem wegen Abgaben und unvergüteten Ausfallzeiten.
Was verdienen Grafiker?
Wie viel ein Grafiker im Durchschnitt verdient, hängt von verschiedenen Faktoren ab – Berufserfahrung, Standort, aber auch vom Geschlecht. Wir betrachten festangestellte und selbstständige Grafiker-Gehälter im Detail und haben festgestellt: Die Gehälter unterscheiden sich stark.
In diesem Gehaltsvergleich analysieren wir im Detail, wer mehr verdient: Festangestellte oder Selbstständige?
So viel verdienen festangestellte Grafiker
Festangestellte Grafiker verdienen zwischen 39.534 Euro und 48.079 Euro brutto jährlich. Das Einstiegsgehalt liegt bei durchschnittlich 2.917 Euro, während Grafikdesigner mit über 9 Jahren Erfahrung mit rund 3.794 Euro pro Monat rechnen dürfen.
Grafiker in Festanstellung kommen so auf einen Durchschnitts-Stundensatz von etwa 21,97 €. Das zeigt die Gehaltsspanne von Gehalt.de, die bei der Berechnung von einer 40-Stunden-Woche ausgehen.
| Berufserfahrung | Monatsbrutto | Jahresbrutto |
| < 3 Jahre | 2.917 € | 36.171 € |
| 3-6 Jahre | 3.050 € | 37.825 € |
| 7-9 Jahre | 3.228 € | 40.023 € |
| > 9 Jahre | 3.794 € | 47.051 € |
So viel verdienen selbstständige Grafiker
Laut unserem Freelancer-Kompass verdienen Kreative im Bereich „Grafik, Content, Medien“ mit einem durchschnittlichen Stundensatz von 89 Euro deutlich besser (Befragte aus dem DACH-Raum). Bemerkenswert ist, dass dieser Satz im Vergleich zum Vorjahr um 7 Euro gestiegen ist.
Der Stundensatz variiert je nach Bundesland, Geschlecht, Berufserfahrung und anderen Faktoren. Welche das sind, schauen wir uns jetzt im Detail an.

Wie Freelancer ihren optimalen Stundensatz berechnen, erklären wir in diesem Artikel: Welchen Stundensatz können Freelancer verlangen? Noch genauer klappt es aber mit unserem Stundensatzrechner:
Grafiker-Stundensatz je nach Bundesland
Nicht nur die Berufserfahrung nimmt einen Einfluss auf die Höhe des Stundensatzes, den ein Grafik-Freelancer verlangen kann.
Laut Marktstudie verdienen selbstständige Grafikdesigner zum Beispiel in Hessen mit 101 Euro am meisten, gefolgt von Berlin mit durchschnittlich 92 Euro, Schleswig-Holstein mit 80 Euro, Hamburg mit 75 Euro und Bayern und Baden-Württemberg mit 74 Euro.
| Bundesland | Durchschnittlicher Stundensatz |
|---|---|
| Hessen | 101 € |
| Berlin | 92 € |
| Schleswig-Holstein | 80 € |
| Hamburg | 75 € |
| Bayern & Baden-Württemberg | 74 € |
| Nordrhein-Westfalen | 70 € |
| Sachsen & Brandenburg | 50 € |
Den niedrigsten Stundensatz in Höhe von 50 € gibt es dieses Jahr in Sachsen und Brandenburg. Achtung: Die Zahlen basieren auf einer relativ geringen Basis an Angaben.
Verdienen Frauen weniger?
Es gibt einen Unterschied zwischen weiblichen und männlichen kreativen Freelancern beim Thema Stundensatz. Gemäß der Studie verdienen Frauen in der Selbstständigkeit rund 10 Euro weniger als ihre männlichen Kollegen. Hier verdienen männliche Grafiker im Schnitt 80 Euro pro Stunde, weibliche Grafik-Freelancer dagegen 70 Euro.
- Durchschnittlicher Stundensatz Frauen in der Kreativszene: 70 €
- Durchschnittlicher Stundensatz Männer in der Kreativszene: 80 €
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Das Alter macht einen weiteren Unterschied beim Stundensatz
Häufig gilt: Wer älter ist, ist auch erfahrener und verdient deshalb auch mehr. Das zeigt auch unsere Marktstudie. Grafik-Freelancer zwischen 20 und 30 Jahren verdienen mit 45 Euro pro Stunde am wenigsten, während freischaffende Designer zwischen 31 und 40 Jahren schon 84 Euro verrechnen.
Die bestbezahltesten Grafiker unserer Befragung sind Freelancer zwischen 41 und 50 und über 60. Sie haben einen Stundensatz von 85 Euro. Achtung: Diese Angabe wurde von einem einzigen über 60-jährigen Freelancer gemacht.
| Altersspanne in Jahren | Durchschnittlicher Stundensatz |
|---|---|
| 20 – 30 | 45 € |
| 31 – 40 | 84 € |
| 41 – 50 | 85 € |
| 51 – 60 | 68 € |
| 60 + | 85 € |

Geringerer Stundensatz bei Teilzeit-Freelancern
Unterschiede beim Stundensatz wurden auch beim Thema Voll- oder Teilzeit festgestellt. Freelancer, die weniger als 20 Stunden pro Woche an Projekten arbeiten, verlangen im Schnitt 35 Euro weniger pro Stunde als freischaffende Grafiker, die 40 Stunden oder mehr arbeiten.
| Anzahl Wochenstunden | Durchschnittlicher Stundensatz |
|---|---|
| < 20 | 42 € |
| 20 – 40 | 80 € |
| > 40 | 77 € |
Es gibt auch Grafik-Freelancer, die mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten. Hier liegt der Stundensatz bei durchschnittlich 77 Euro die Stunde.
Zu wenig oder genug?
Das Vorurteil des armen Künstlers kann noch nicht ganz ausgeräumt werden. Laut dem Freelancer-Kompass geben rund 72 % der befragten Kreativen an, mit ihrem Gehalt nicht wirklich zufrieden zu sein.
Rund ein Viertel der Befragten denkt, dass sie am Ende des Monats weniger verdienen als ihre Kollegen in einer Festanstellung. Das liegt daran, dass selbstständige Grafiker und Grafikdesigner von ihrem durchschnittlichen Stundenlohn in Höhe von 89 Euro alle Betriebsausgaben, Sozialabgaben und Steuern zahlen müssen.
Anders als Festangestellte bekommen Freelancer zudem Urlaubs- und Krankheitszeiten nicht vergütet. Solche und andere Ausfallzeiten müssen sich im Stundensatz widerspiegeln, um die eigene Existenz zu sichern.