Inflation & Energiekrise: So geht es dem freien Projektmarkt

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Seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Frühjahr 2022 zeigen sich spürbare Veränderungen in der Gesamtwirtschaft. So auch auf dem Projektmarkt: Solo-Selbstständige nehmen die Inflation und Energiekrise besonders wahr, denn Projektanbieter halten sich zunehmend mit Aufträgen zurück – diese und weitere Entwicklungen zeigt das freelancermap-Krisenbarometer.


Inhalt des Artikels:

  1. Umfrageergebnisse vom Oktober 2022
    1. Befragung der Freelancer
    2. Befragung der Projektanbieter
    3. Vergleich: Frühjahr vs. Oktober

Umfrageergebnisse vom Oktober 2022

freelancermap führte zwischen 05. und 12. Oktober 2022 eine erste Umfrage mit 595 Freelancern und 61 Projektanbietern aus der DACH-Region durch. Die Umfrage beinhaltet Fragen zur Auftragslage, Auswirkungen und Prognose hinsichtlich der derzeitigen Krisensituation(en).

Befragung der Freelancer

Die befragten Freelancer schätzen die aktuelle Auftragslage zu 45 Prozent als (sehr) gut ein. Etwa ein Viertel (24 Prozent) empfindet die Projektsituation als (sehr) schlecht. 31 % der Befragten stehen der momentanen Lage neutral gegenüber.

Zudem sehen 47 Prozent der Freelancer die Projekte von den derzeitigen Krisensituationen beeinflusst: 16 % der Aufträge wurden gecancelt, 31 % stehen auf „on hold“. 50 Prozent spüren bisher keine Veränderungen.

Doch die meisten Freelancer stehen der aktuellen Situation positiv gegenüber: 80 Prozent der Befragten würde sich wieder selbstständig machen.

Befragung der Projektanbieter

Etwas mehr als ein Viertel (26 %) der Auftraggeber bewertet die aktuelle Auftragslage als (sehr) schlecht. Fast die Hälfte (44 %) empfindet die momentane Situation als (sehr) gut. 30 Prozent stehen dem Ganzen neutral gegenüber.

Die stärksten Auswirkungen auf den Geschäftsmarkt sehen Projektanbieter in der Inflation (45 %), gefolgt von Energiepreisen (18 %) und Folgen der Corona-Krise (18 %).

Diese Auswirkungen scheinen Auftraggeber dazu zu zwingen, weniger Freelancer zu engagieren: 57 Prozent geben an, dass Unternehmen aufgrund der derzeitigen Krisensituation(en) weniger einstellen.

Ergebnisse im Vergleich zum Frühjahr 2022

In der ersten Jahreshälfte empfanden die Freelancer die Auftragslage noch zu 67 % als (sehr) gut. Im Oktober sprachen nur noch 45 Prozent von einer positiven Lage auf dem Projektmarkt. Die Umfrageergebnisse zeigen somit einen Abfall von 22 Prozentpunkten.

Dass die Unsicherheit im Freelancer-Business steigt, zeigen die Ergebnisse zur Frage nach den Existenzängsten im Vergleich zum Frühjahr 2022: Zu Beginn des Jahres machten sich nur 14 Prozent Sorgen um ihre Existenz – mittlerweile liegt der Wert bei 26 %. Immerhin 58 Prozent spüren noch keine Ängste, 16 Prozent sind sich unsicher.

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Über den Autor

Karoline Grimm

Karoline Grimm studierte Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit mit technischem Schwerpunkt an der TH Nürnberg. Bereits während der Studienzeit interessierte sie sich für Bloggen, SEO, Social-Media und weitere Marketing-Themen. In ihrer Freizeit engagiert sie sich für Nachhaltigkeit und Tierschutz. Seit Dezember 2018 ist sie im Online-Marketing bei freelancermap.de tätig.