So helfen PC, Laptop & Co die Steuerlast drücken

11.07.2018

Sämtliche Ausgaben, die die Umgebung des Computers bilden, gehören zu den IT-Kosten von Freiberuflern. Hierzu zählen nicht nur der Computer, der Laptop und das Tablet, sondern auch Drucker, externe Festplatten oder Speichermedien. Aber auch die Software stellt einen wichtigen Anteil der Computerumgebung: sowohl das Betriebssystem als auch die notwendigen Programme, Lizenzen, Hosting und Cloudspeicher bilden das Innenleben zur Hardware. Um IT-Kosten von der Steuer absetzen zu können, gilt es, im Vorfeld einige Überlegungen anzustellen.




IT-Kosten sind Betriebsausgaben

Die Umgebung des Computers gehört für Freelancer zur notwendigen Ausstattung des Betriebs. Denn Hard- und Software stellen inzwischen in jeder Branche ein unabkömmliches Werkzeug zur Ausübung der freiberuflichen Tätigkeit. Daher gehört die IT-Ausstattung zu den Betriebsausgaben, die regulär in vollem Umfang steuerlich absetzbar sind. 


Welche Auswirkungen hat eine private Nutzung?

Viele Freelancer üben ihre Tätigkeit im Homeoffice aus, wo sie ihre betrieblichen Räume in der privaten Wohnung integrieren. Dadurch kann es dazu kommen, dass die IT-Ausstattung auch privat genutzt wird. Damit man die IT-Kosten von der Steuer absetzen kann, muss der private Anteil der Nutzung ermittelt und gesondert behandelt werden. Einen geringen Anteil an privater Nutzung kann das Finanzamt zwar durchaus vernachlässigen. Doch für den geringen Anteil der Privatnutzung muss ein Nachweis erbracht werden, was jeden Haushalt vor ein Problem stellt. 
Um eine uneingeschränkte Geltendmachung der IT-Kosten gegenüber dem Finanzamt nicht zu gefährden, sollte man daher für die Privatnutzung eigene Geräte bereit stellen. 


Wie kann man IT-Kosten von der Steuer absetzen?

Die IT-Ausstattung von Freiberuflern gehört zu den Anschaffungen des Betriebs. Damit gehört sie zu den Betriebsausgaben. Hier gilt es zunächst, die einmaligen Ausgaben für die Anschaffung von Hardware oder Software von den laufenden Kosten, wie zum Beispiel Softwarenutzungsgebühren oder Hostingkosten zu unterscheiden.


Anschaffungskosten

Als Freelancer kann man die Aufwendungen für den Kauf der Hard- oder Software in voller Höhe als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen. Die Kosten hierfür kann man entweder über eine festgesetzte Nutzungsdauer abschreiben oder als Geringwertige Wirtschaftsgüter absetzen. 


Abschreibung

Die so genannte Nutzungsdauer ist eine Zeitspanne, innerhalb der ein Wirtschaftsgut verbraucht wird. Die Finanzverwaltung hat für sämtliche gängigen Wirtschaftsgüter Tabellen (AfA-Tabelle) erstellt, die sowohl die Nutzungsdauer als auch den Prozentsatz der Abschreibung genau festlegt. Für Computer, Software und Drucker gilt jeweils eine Nutzungsdauer von drei Jahren und eine Abschreibung in Höhe von jeweils 33,3 Prozent. Die Ausgaben für die IT-Ausstattung muss man demnach in drei Anteile aufteilen, um diese drei Jahre lang jeweils zu einem Drittel von der Steuer abzusetzen. 


Geringwertige Wirtschaftsgüter

IT-Ausstattung, deren Anschaffungskosten weniger als 800 Euro netto (Stand 2018) betragen, gelten steuerlich als geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG). Diese können im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben werden. Zu den geringwertigen Wirtschaftsgütern zählen auch gängige Computerprogramme (Trivialprogramme), die nicht speziell für den Käufer entwickelt wurden. 

Liegen die Anschaffungskosten zwischen 251 Euro und 800 Euro, dann kann man neben der Sofortabschreibung auch die Abschreibung über Sammelposten wählen. Hierfür wird eine Gruppe von geringwertigen Wirtschaftsgütern zu einem Sammelposten zusammengefasst und über mehrere Jahre hinweg abgeschrieben.


Die laufenden Kosten

Zu den laufenden IT-Kosten gehören neben dem Hosting und Homepagebetreuung auch monatliche Softwarenutzungsgebühren oder Kosten für den Cloudspeicher. Diese regelmäßigen Ausgaben werden genauso wie Betriebskosten behandelt und fließen in voller Höhe in die steuerlich absetzbaren Betriebsausgaben ein. 






Bild: © Rawpixel.com - Fotolia.com
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