Der „Freelancer Simulator“ unter der Lupe!

10.07.2018

Eines Tages musste es ja soweit kommen: Nachdem uns die Videospiel-Industrie bereits zu Soldaten, Weltraumhelden und Fußballtrainern machte, steht dem Zocker nun auch die spannendste aller Existenzen offen: Der Freelancer. Lohnt sich der Download des „Freelancer Simulator?“




Der „Freelancer Simulator“ virtualisiert im Kern das, was jeden Freelancer zu Beginn der Karriere erwartet. Zunächst wollen kleinere Projekte gesichert werden – allerdings wurde auf eine freelancermap-Einbindung hier sträflicherweise komplett verzichtet (dabei wären wir lizenzrechtlich sehr gerne entgegengekommen). Im Zuge dessen werden die eigenen Fähigkeiten geschärft und nach und nach ein milliardenschweres Business aufgebaut, welches sich zunehmend eigenen Großprojekten widmet. Dazu müssen Räumlichkeiten geschaffen und entsprechendes Personalwachstum gesteuert werden. Und als hätte der Tag ohnehin nicht nur 24 Stunden, gesellt sich dazu eine ordentliche Portion Work-Life-Management, in der Gesundheit und Liebesleben organisiert sein wollen.


Äußerlichkeiten…

Graphisch präsentiert sich das freiberufliche Leben in einem schlichten Comic-Stil, der trotz seines modernen Minimalismus und Touch-Kompatibilität den Charme eines Classic-Games transportiert. Dazu versüßen loungig-funkige Grooves den Freelancing-Alltag. Je nach Sehstärke und Endgerät wirken gewisse Texte zuweilen etwas schwer lesbar, insgesamt haben die russischen Entwickler von CodeBits Interactive aber ein stimmungsvolles Gesamtbild abgeliefert.


…und innere Werte.

Ein finanzielles Wagnis ist der „Freelancer Simulator“ nicht: Aktuell 0,59 EUR im Play Store wird jeder für ein wenig Kurzweiligkeit aufbringen können. Doch gibt es den Unterhaltungsfaktor überhaupt? In diesem Punkt unterscheiden sich die Meinungen der User wie SAP-Spezialisten von Adobe-Designern.

Während ein Teil der Rezensenten die hohe Zugänglichkeit lobt, bemängeln erfahrene Spieler den geringen Widerstand, der dem virtuellen Freelancer beim Aufbau seines Imperiums ins Gesicht bläst. Keine Frage: Das Gefühl, bereits in den ersten Stunden Spielzeit die erste Million gesichert zu haben, deckt sich mit den eigenen Freelancing-Erfahrungen nur in Ausnahmefällen. Bekanntlich sind Probleme und harte Arbeit das Salz des Lebens – davon gibt es jedoch im „Freelancer-Simulator“ zu wenig. 


Fazit: Nettes Casual-Game für Wenigspieler

Freelancing auf der Überholspur – das kann zeitweise unterhaltsam sein. Wenn sich der Erfolg jedoch zu schnell einstellt und die Millionen geradezu in den Schoß fallen, sackt die Langzeitmotivation in den Keller. Wer sich nicht intensiv in ein Spiel „verbeißen“ und stattdessen in Bus oder Bahn gelegentlich ein wenig abschalten will, kann mit dem „Freelancer Simulator“ durchaus seine Freude haben. Bevorzugt man etwas mehr Tiefgang und Herausforderung, finden sich im Play Store jedoch zahlreiche free2play-Alternativen – diese sind allerdings nicht speziell auf das Freelancing-Thema zugeschnitten.

Mit aktuell 3,4 von 5 Punkten reiht sich die Bewertung der User im Play Store eher im tristen Mittelfeld der ernstzunehmenden Games ein. 

„Freelancer Simulator“ im google Play Store:
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.interwave.freelancerfullgame&hl=de






Bild: © Elnur - Fotolia.com
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