Vom Freelancer zum Berater: So expandieren Sie richtig

05.07.2018

Nur wenige Karrieren passen so gut zusammen wie die eines Freelancers und eines Beraters. In fast jedem Freelancer steckt ein Berater — er muss natürlich genügend Erfahrungen gesammelt haben. Während der Zeit als Freelancer perfektioniert man sein Können und arbeitet bereits eng mit Kunden zusammen. So lernt man automatisch, was funktioniert und was eben nicht. Mit dieser Mischung aus Insiderwissen und dem geschärften Blick von außen hat ein Freelancer die besten Voraussetzungen, ein toller Berater zu werden.




Berater informieren, geben Ratschläge, helfen ihren Klienten dabei, ihre Arbeit schneller und effizienter zu verrichten. Bei einigen Freelancern dürfte es jetzt bereits klingeln, denn so mancher befindet sich schon näher am Berater-Dasein als er dachte. Wir erklären, warum es sich für Sie lohnen kann, ins Beratungsgeschäft einzusteigen und wie Sie es am besten anstellen.


Zwei gute Gründe, warum Sie Berater werden sollten

    1. Wahrscheinlich sind Sie bereits so etwas wie ein Berater

Ganz egal, ob auf Ihrer Webseite oder in Ihrem Lebenslauf bereits das Wort „Berater“ steht oder nicht: Sehr wahrscheinlich deckt Ihr Angebot sich in großen Teilen mit dem eines Beraters. Wenn Sie beispielsweise Webdesigner sind, bauen Sie ja nicht nur Webseiten. Sie helfen Ihren Kunden dabei, sich für eine bestimmte Bauart und ein Design zu entscheiden. Sie unterstützen Ihre Kunden bei diesem Prozess mit dem Expertenwissen, das Sie während Ihrer Ausbildung und Berufserfahrung gesammelt haben. Sie wissen, was funktioniert und was nicht — und teilen Ihr Wissen mit Ihren Kunden.
Und was bleibt übrig, wenn Sie nun das eigentliche Bauen der Webseite ausklammern? Genau, jemand der Kunden nützliche Ratschläge liefert, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen — ein Berater.

   
    2. Beratung kann man nur verkaufen, wenn man sie auch anbietet

Wir haben bereits festgestellt, dass viele Freelancer bereits als Berater tätig sind. Das Problem: Nur ein Bruchteil lässt sich für diese Arbeit bezahlen. Der Rest sieht es als selbstverständlichen Service an, der nun mal zum Job gehört. Doch jemanden dabei zu beraten, wie etwas getan werden soll ist mindestens genauso wichtig, wie einen Teil der Arbeit als Freelancer zu erledigen. Auch als Freelancer sollte man diese Arbeit nicht umsonst machen.
Beratung ist im Übrigen ein sehr gut bezahlter Job. Das liegt daran, dass bestimmte Erfahrungswerte sehr wertvoll sind — weil man Jahre braucht, um sie zu sammeln. Diese Zeit haben Sie investiert und diese Zeit sparen sich Kunden, die einen Berater in Anspruch nehmen. Und diese Dienstleistung sollte man auch in Rechnung stellen.


Vom Freelancer zum Berater in vier Schritten

    1. Bewerben Sie Ihre Beratung wie jedes andere Ihrer Angebote

Als Freelancer bieten Sie Ihr Können an und machen Werbung für jede einzelne Dienstleistung, die zu Ihrem Job zählt. Als Programmierlisten Si beispielsweise HTML, C++ oder Java auf — eben alle Programmiersprachen, die Sie beherrschen und für Kunden anbieten können. Beratung zählt jedoch genauso dazu und sollte ebenfalls in diese Liste aufgenommen werden. Fügen Sie das Angebot zu in Ihrem Lebenslauf und den Dienstleistungen auf Ihrer Webseite hinzu.

   
    2. Stellen Sie die Beratung wie jede andere Dienstleistung in Rechnung

Beratung zählt jetzt offiziell zu Ihrem Angebot. Damit wollen Sie eines vermitteln: „Ich bin Berater. Ich biete Ihnen Expertenwissen, aber ich werde dafür auch bezahlt.“ Wir haben bereits erklärt, weshalb Sie Ihr Expertenwissen nicht umsonst in die Welt hinaus tragen sollten. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Kunden die Mitteilung auch verstehen.
Wenn Sie sich selbst wie ein Berater fühlen, werden Sie auch als Berater wahrgenommen. Das bedeutet viele Vorteile für Sie, aber auch Verpflichtungen.

   
    3. Man lernt nie aus

Wenn Sie anfangen, für Ihre Beratung Werbung zu machen und Geld zu verlangen, gibt es nur noch eines zu beachten: Jede Ihrer Fähigkeiten und Dienstleistungen muss immer auf dem neuesten Stand sein. Man lernt nie aus, das gilt auch für Ihr Expertenwissen. Überlegen Sie genau (und seien Sie ehrlich), auf welchem Gebiet Sie bereits Top-Wissen weitergeben können, und auf welchem Gebiet Ihr Wissen noch ausbaufähig ist. Es gibt noch Luft nach oben? Bilden Sie sich weiter und füllen Sie die Lücken.

   
    4. Probieren Sie verschiedene Varianten aus

Sie fragen sich jetzt wahrscheinlich, was aus Ihrem ursprünglichen Angebot als Freelancer wird, wenn Sie als Berater tätig sind. Es gibt drei verschieden Möglichkeiten:
 
  • Ihr Fokus bleibt auf der Arbeit als Freelancer und Beratung ist für Sie eher ein „Nebenjob“.
  • Ein Gleichgewicht zwischen Beratung und Freelancing? Das kann auf Dauer nicht wirklich funktionieren, weil Sie sich auf nichts richtig konzentrieren können. Aber es ist eine sehr gute Übergangslösung, während der sie für sich entscheiden können, welcher Bereich Ihnen besser gefällt.
  • Wenn Beratung Ihnen besser gefällt als Ihre ursprüngliche Arbeit, ist es vielleicht Zeit, Vollzeit ins Beratungsgeschäft einzusteigen. Warum nicht?

Sich als Berater auszuprobieren, kann Ihnen dabei helfen herauszufinden, wohin Sie Ihr nächster Schritt als Freelancer führt. Selbst wenn Sie sich am Ende doch dafür entscheiden, ganz klassischer Freelancer zu bleiben und Beratung vielleicht nur als kleinen Teil in Ihr Repertoire auszunehmen, haben Sie dadurch mehr Optionen und mehr Flexibilität geschaffen. Und darum sind Sie doch Freelancer geworden, oder?






Bild: © Sergey Nivens - shutterstock.com
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