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22.12.2017

So kommen Sie als Freelancer zum Zahlungsvorschuss


Als Freelancer über die Runden zu kommen, kann hart sein. Kein festes Einkommen und Kunden, die ihre Rechnung nicht bezahlen kann schnell die Existenz bedrohen oder gleich das Aus bedeuten. Damit Ihnen das nicht passiert, haben wir ein paar Argumente für Sie gesammelt, mit denen Sie Ihren Kunden von einer Vorauszahlung überzeugen können. Tun Sie sich und Ihrer Existenzsicherheit etwas Gutes und lesen Sie, wann und warum es Sinn macht, die Zahlung nicht erst am Ende des Projekts zu bekommen.




In folgenden Szenarien sollten Sie auf Teilzahlungen bestehen:


1. Sie arbeiten mit einem neuen Kunden

Sie wissen nie, ob Sie einem neuen Kunden trauen können. Auch, wenn er einen vertrauenswürdigen Eindruck macht, kann sich jeder Kunde in einen unberechenbaren Betrüger verwandeln. Leider sind solche Verwandlungen in der Freelancer-Welt nicht selten. Seien Sie also auf der Hut und versuchen Sie, so viel Geld wie möglich im Voraus von dem neuen Kunden zu bekommen.


2. Sie arbeiten in einem Langzeit-Projekt

Langzeit-Projekte sind eine Krux, wenn man kein Geld im Voraus bekommt. Auch hier sollten sie auf Zahlungen bestehen, die Sie vor oder während des Projekts erhalten. Es ist ohne großes finanzielles Polster schlicht nicht möglich, sich monatelang an ein Projekt zu binden und dabei kein Geld zu erhalten. Als Faustregel gilt: Ab einer Projektdauer von drei bis vier Wochen sollten Sie die Zahlungen splitten.


3. Sie haben lange Zahlungsziele vereinbart

Vor allem in der Freelancer-Branche der USA hat es sich eingebürgert, Zahlungsziele von 30 oder sogar 60 Tagen mit dem Kunden zu vereinbaren. Man muss als Freelancer also 30 bis 60 Tage warten, bis das Geld endlich auf dem Konto ankommt. Teilweise startet der „Countdown“ sogar erst, wenn Sie die Rechnung eingereicht haben, nicht selten warten Klienten bis zum letztmöglichen Tag oder warten sogar auf Mahnungen. Umgehen Sie den Stress mit Vorauszahlungen!


So finden Sie die richtige Zahlungsmethode

Es gibt viele Möglichkeiten, sich auf Teilzahlungen zu einigen. Drei Strategien sind besonders populär:


1. Anzahlungen

Diese Variante erklärt sich eigentlich von selbst. Bevor Sie mit der Arbeit starten, wird eine Anzahlung fällig. Die Höhe der Anzahlung liegt zwischen 15 und 50 Prozent. So erhalten Sie zwei Zahlungen. Eine bevor Sie anfangen und eine, wenn Ihre Arbeit erledigt ist. 


2. Meilensteine

Vereinbaren Sie mit Ihrem Kunden Meilensteine, für die Sie einen gewissen Prozentsatz der Gesamtsumme bekommen. So werden Sie nicht nur am Anfang und Ende des Projekts bezahlt, sondern können sich auch auf Zwischenzahlungen verlassen. Eine super Methode für lange Projekte. Ihr Kunde weiß, dass es voran geht und Ihr Schaden hält sich in Grenzen, sollte der Kunde sich als unzuverlässiger Zahler entpuppen.


3. Festpreise

Eine weitere Möglichkeit in der Verhandlung von Festpreisen. Ihr Kunde „bucht“ Sie für eine festgelegte Anzahl an Arbeitsstunden und bezahlt diese auch im Voraus. Vielleicht ist es etwas ungewohnt für Sie, wenn Sie sonst sehr flexibel arbeiten. Es gibt Ihnen aber auf jeden Fall die Sicherheit, die komplette Zahlung im Voraus zu erhalten.


So sagen Sie es dem Kunden

Wenn Sie wissen, dass Sie Teilzahlungen vereinbaren möchten und sich für eine Zahlungsmethode entschieden haben, müssen Sie es nur noch Ihrem Kunden beibringen. 


1. Spielen Sie mit offenen Karten

Ihrem Kunden zu „beichten“, dass Sie sich Teilzahlungen wünschen, ist eigentlich überhaupt kein Problem. Erklären Sie ihm einfach die Lage — er wird es verstehen. Wenn Sie in der Lage sein sollen, zu arbeiten, brauchen Sie Geld. Punkt.


2. Flexibel bei der Methode, stur bei der Vorauszahlung

Über die Zahlungsmethode können Sie sich gerne noch einig werden, Sie können dem Kunden die oben stehende Varianten anbieten. Wenn er sich etwas aussuchen kann und ein gewisses Mitspracherecht sieht, wird er aufgeschlossener reagieren. 


3. Nehmen Sie die Vereinbarungen in den Vertrag auf

Das ist eigentlich der wichtigste Punkt. Egal, auf was Sie sich geeinigt haben — verewigen Sie es in Ihrem Vertrag. Das sichert Sie ab und der Kunde muss sich daran halten. Schreiben Sie die Vereinbarungen ganz genau auf und unterschreiben Sie erst dann den Vertrag.






Bild: © peshkov - Fotolia.com
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