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22.12.2017

So erklären Sie dem Chef, dass Sie nebenberuflich Freelancer sein wollen


Von null auf Freelancer? Klingt gut, kann sich allerdings schwierig gestalten. Viel entspannter starten Sie ins Freelancer-Dasein, wenn Sie eine Festanstellung im Rücken haben, die sich quasi um ein regelmäßiges Gehalt und die Versicherung kümmert. So ist es überhaupt kein Problem, dass Sie am Anfang noch nicht besonders viele Aufträge haben.




Kein Wunder also, dass viele Freelancer erst einmal ihren Job behalten, wenn sie ihre ersten Schritte in Richtung Freiberufler machen. Folgende Fragen haben sie aber alle gemeinsam: Wie viel soll ihr Boss davon mitbekommen, wie sagen sie es ihm und sagen Sie es ihm überhaupt? Wenn auch Sie vor dieser Aufgabe stehen, haben wir genau die richtigen Tipps für Sie:


1. Lesen Sie Ihren Vertrag 

Bevor Sie irgendetwas unternehmen, sollten Sie sich gründlich Ihren Arbeitsvertrag durchlesen. Wird Freelancing in irgendeiner Weise erwähnt und vielleicht sogar verboten? Vergewissern Sie sich, dass es nicht so ist, bevor Sie in irgendeiner Weise Ihre Karriere als Freiberufler in Angriff nehmen. Je nachdem, wie streng Ihr Vertrag geregelt ist und ob Sie in Betracht ziehen, Ihren Job eventuell auch zu kündigen, können Sie weitere Entscheidungen treffen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, sollten Sie einen Juristen zu Rate ziehen. Wegen Vertragsbruch möchte niemand gern die Kündigung auf dem Schreibtisch haben.


2. Gibt es einen Interessenkonflikt?

Stellen Sie sicher, dass es keinen Interessenkonflikt zwischen Ihrer Festanstellung und Ihrer Freelancer-Tätigkeit gibt. Das könnte auch im Arbeitsvertrag erwähnt sein. Darunter fallen zum Beispiel Aufträge für die Konkurrenz oder Produkte, die denen Ihres Arbeitgebers zu ähnlich sind. Am besten fahren Sie, wenn Job und Freelancing sich komplett unterscheiden. Meistens ist das jedoch nicht der Fall. Auch hier gilt: Professionelle Beratung schützt vor bösen Überraschungen am Ende.


3. Seien Sie ehrlich

Wenn Sie ernsthaft in Betracht ziehen, Freelancer zu werden, kommen Sie nicht um ein Gespräche mit Ihrem Vorgesetzten herum. Als Freiberufler müssen Sie Öffentlichkeitsarbeit betreiben, Werbung machen. Sie brauchen eine Webseite, einen Social-Media-Auftritt, ein Kundennetzwerk und Freelancer-Kollegen. Jeder einzelne Posten erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Chef Sie entdeckt oder jemand Sie bei ihm anschwärzt. Lügen oder Geheimhalten ist also keine Option.


4. Versprechen Sie, dass die Arbeit nicht leidet (und halten Sie Ihr Versprechen)

Wenn Sie es Ihrem Chef gesagt haben, wird es besonders einen Punkt geben, der ihm Sorgen bereitet. Er wird befürchten, dass Ihre Arbeit unter Ihrer Selbstständigkeit leidet. Überzeugen Sie ihn vom Gegenteil und lassen Sie Taten sprechen, die in diesem Fall viel mehr als leere Worte bedeuten. Arbeiten Sie extra hart und lassen Sie Ihre Arbeit auf keinen Fall schleifen. Niemand hat behauptet, dass es leicht wird. Im Gegenteil — die Zeit wird anstrengend werden.


5. Trennen Sie Job und freiberufliche Tätigkeit

Es gilt nicht nur, genauso hart zu arbeiten wie vorher, sondern die beiden „Baustellen“ streng voneinander zu trennen. Das geht bei scheinbar trivialen Dingen los, wie zum Beispiel die E-Mail-Adresse im Büro nicht für Ihre Freelancer-Tätigkeit zu nutzen oder Freelancer-Anrufe nicht während der Arbeitszeit anzunehmen. Vor allem aber müssen Sie es schaffen, die Dinge auch für sich selbst zu trennen. Ihrem Chef mussten Sie davon erzählen, das heißt aber noch lange nicht, dass Ihre Kollegen davon erfahren müssen. Wenn Ihr Nebenjob zum Bürothema wird, könnten Sie Neid und Missgunst verursachen.


6. Überzeugen Sie Ihren Chef von den Vorteilen

Wenn Sie Ihrem Chef beibringen, dass Sie jetzt nebenbei als Freelancer tätig sein möchten, sollten Sie die Vorteile betonen, die Ihr Nebenberuf mit sich bringt. Denn ein Freelancer wie Sie zeigt, dass er top motiviert ist. Sie scheuen sich nicht vor Mehrarbeit und sind sehr diszipliniert. Ihr Chef kann auch davon ausgehen, dass Sie sich im Rahmen Ihrer Freelancer-Tätigkeit weiterbilden. Die neuen Skills können auch in der Festanstellung hilfreich sein, so hat auch Ihr Chef etwas davon. Sprechen Sie mit ihm darüber und zeigen Sie ihm, dass Freelancing Sie zu einem besseren Angestellten macht.






Bild: © Jeanette Dietl - Fotolia com
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