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12.12.2017

Auch Freelancer brauchen Urlaub — 5 Tipps


Als Freiberufler hat man schnell das Gefühl, die Arbeit würde nie aufhören. Es gibt immer etwas zu tun, was sich auch in den durchschnittlichen Arbeitszeiten widerspiegelt: Laut unserer Umfrage arbeiten Freelancer im Schnitt 47,15 Stunden pro Woche. Der größte Teil der Befragten (44,07%) arbeitet zwischen 41 und 50 Stunden in der Woche, 6,48% der Freelancer sogar über 60 Stunden. Ganz klar: Wer so viel arbeitet, braucht auf jeden Fall auch Urlaub.




Das gestaltet sich in der Realität jedoch häufig schwieriger als man denkt. Kurz vor der geplanten Auszeit meldet sich noch ein Kunde bei Ihnen, der dringend etwas braucht. Sie bekommen die Anfrage für ein sehr kurzfristiges, aber super lukratives Projekt und überhaupt — so viel wie Sie gerade im Kopf haben, ist an Urlaub eigentlich nicht zu denken. STOP! Mit dieser Einstellung wird das nichts. Es ist alles eine Sache der Planung und mit unseren Tipps kein Problem.


1. Planen Sie soweit wie möglich im Voraus

Spontan für ein verlängertes Wochenende weg zu fahren, ist natürlich kein Problem. Wenn es gerade passt: Packen, ab ins Auto oder den Zug und los geht’s. Wenn es jedoch um richtigen Erholungsurlaub ab mindestens einer Woche geht, sollten Sie so langfristig wie möglich planen. Für Freelancer bedeutet Urlaub oft, dass sie viel Vorarbeit leisten müssen und wenn sie wiederkommen viel aufholen müssen. Wenn Sie jedoch schon lange wissen, dass Sie im Juni für zwei Wochen nicht da sind, können Sie die Mehrarbeit in Grenzen halten.


2. Planen Sie ein gewisses Budget ein

Das größte Problem für Freelancer: Im Urlaub verdienen sie kein Geld. Unbezahlter Urlaub gehört unbestritten zu den größten Nachteilen des Freelancer-Daseins. Sie sollten sich am besten ein Urlaubskonto oder einfach eine Spardose anlegen und jeden Monat einen gewissen Betrag einzahlen, der wirklich nur für den Urlaub bestimmt ist. Die Höhe der Einzahlung richtet sich nach Ihren Urlaubsplänen. Wenn es finanziell gar nicht geht, machen Sie Urlaub auf Balkonien. Das ist mindestens genauso entspannend, wenn man wirklich nicht arbeitet.


3. Bitten Sie Freelancer-Kollegen um Hilfe

Sich mit den Kollegen gut zu stellen, schadet nie. In Krankheitsfällen oder wenn Sie urlaubsreif sind, zahlt sich ein stabiles Netzwerk aus. Bieten Sie anderen Ihre Hilfe an, dann können sie auch damit rechnen, eine Urlaubsvertretung zu bekommen. Suchen Sie sich Ihre Vertretung allerdings mit wachsamen Augen aus. Sie sollten auf das gleiche Niveau achten, sonst kann es nach der Heimkehr böse Überraschungen geben. Wer nicht tagesaktuell für seine Kunden bereit stehen muss, schafft es auch ohne Vertretung. Die Klienten sollten allerdings vorbereitet werden (s. Punkt 4).


4. Sprechen Sie mit Ihren Kunden

Kommunikation ist alles, auch wenn es um den wohlverdienten Urlaub geht. Gerade, wenn man Kunden für eine Zeit nicht zur Verfügung steht, kann man gar nicht genug kommunizieren. Sobald Sie wissen, dass Sie zu einer bestimmten Zeit in den Urlaub fahren möchten, sollten Sie ihnen eine E-Mail schicken. Es gibt noch kein bestimmtes Datum? Kein Problem, das wird in einer extra E-Mail nachgeliefert. Auch auf Ihrer Webseite können Sie den Hinweis einbinden. Ein bis zwei Wochen vor dem Urlaub schreiben Sie noch einmal eine E-Mail an alle und fragen, ob es noch dringende (!) Anliegen gibt, um die Sie sich vor dem Urlaub kümmern müssen. Richten Sie eine Abwesenheitsnotiz für E-Mails ein. Ganz wichtig: Erklären Sie, dass Sie keine Anrufe und keine E-Mails beantworten werden — außer Sie haben eine Urlaubsvertretung, dann geben Sie die Kontaktdaten weiter. Jetzt sollte jeder Bescheid wissen.


5. Gönnen Sie sich den Urlaub!

Um den Urlaub genießen zu können, brauchen Sie dir richtige Einstellung. Sie müssen verstehen, dass Sie den Urlaub brauchen, um auch in Zukunft kreativ und leistungsfähig zu sein. Denken Sie nicht daran, wie viel Arbeit zu Hause auf Sie wartet, was Sie jetzt statt am Strand zu liegen alles erledigen könnten und ob Ihr E-Mail-Postfach aus allen Nähten platzt. Wenn das Gedankenkarussel mal wieder nicht anhalten will, machen Sie sich bewusst, warum Sie Freelancer geworden sind. Weil Sie frei sein wollen. Weil Sie Urlaub machen können, wann Sie wollen. Weil Sie Ihr Leben genießen wollen. Genau jetzt können Sie damit anfangen, Sie haben es sich verdient.


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Bild: © Hannamariah - shutterstock.com
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