IT Freelancer Markt: Warum der Juli Ihr Monat ist!

15.12.2017

Wann haben Freelancer Hochkonjunktur? Um diese Frage zu beantworten, haben wir in unseren Archiven gewühlt und alle Projektausschreibungen ab 2006 ausgegraben. Dass der Dezember ein verhältnismäßig geringes Projektaufkommen vorweist, ist wenig überraschend. Den Siegermonat hatte jedoch kaum jemand auf der Rechnung: Die meisten Projekte werden in der Tat im Juli ausgeschrieben. Mitten im Hochsommer? Das IT Freelancer Magazin wurde daraufhin investigativ tätig und hat Luuk Houtepen, SThree GmbH sowie die top itservices AG nach den Gründen dafür gefragt - hierbei wurden interessante Erkenntnisse gewonnen!




Warum häufen sich die Projektanfragen im Juli?

Für die top itservices AG lässt sich das nicht mit 100% Sicherheit begründen. Einen Einflussfaktor sieht sie in der Urlaubszeit in den Sommermonaten. Viele Projekte, die im Juli ausgeschrieben werden, starten erst im August/September. Die Entscheider beim Endkunden rechnen mit Verzögerungen in der Urlaubszeit und wollen noch vorher das Projekt mit IT Freelancern besetzen.

Luuk Houtepen ergänzt einen weiteren Ansatz, der das Juli-Maximum mit der Personalplanung der Agenturen begründet. So stellen die Agenturen oft Mitarbeiter direkt nach dem Universitätsabschluss ein, wodurch diese in den frühen Sommermonaten ihre Vertriebsaktivitäten hochfahren und es daher vermehrt zu Projektausschreibungen kommt.


Die Dezember-Flaute im Zeichen des Resturlaubs

Luuk Houtepen erklärt, dass seiner Erfahrung nach größere Unternehmen den Einsatz von IT-Freelancern zwischen den Jahren vermeiden, respektive der Dezember als ‚kurzer‘ Monat gesehen wird. In den Unternehmen wird Resturlaub abgebaut – insgesamt haben viele festangestellte Kollegen Weihnachtsurlaub, weshalb den IT Freelancern wiederum die Ansprechpartner fehlen und daher entsprechende Projekte gar nicht erst ausgeschrieben werden.

Die top itservices AG gibt zu bedenken, dass der Dezember nominal zwar als Monat mit den wenigsten Projektanfragen gilt – jedoch die meisten Entscheidungen bis Mitte des Monats getroffen werden. Dem Dezember fehlen somit meist ein bis zwei volle Wochen. Wenn dieser Faktor bei der Bewertung der Ergebnisse entsprechend berücksichtigt wird, erscheint die Ausschreibungssituation deutlich besser, da eigentlich nur mit einem halben Monat gerechnet werden kann (9,3% in einem vollen Monat vs. 6,4% in einem halben Monat).


Kaum signifikante Projekt-Schwankungen zwischen den Monaten

Für die top itservices AG ist die geringe Schwankung keine Überraschung. So spielt die projektbezogene Planung eine größere Rolle als gemeinhin angenommen - die Orientierung am Geschäftsjahr ist vergleichsweise weniger ausschlaggebend. Anfragen an Freelancer werden gestellt, wenn es das Projekt erfordert - und das kann potenziell jeder Monat im Jahr sein.

Für Luuk Houtepen gibt es darüber hinaus noch eine weitere Erklärung: Bei etlichen Endkunden folgen das Geschäftsjahr und damit die Jahresplanung nicht dem Kalenderjahr. Wenn bei Endkunden unterschiedliche Geschäftsjahre und damit Planungszyklen definiert sind, könnte dies ein Grund für die geringe Schwankung darstellen.



Luuk Houtepen, Director Business Development, SThree GmbH und Juror beim Wettbewerb zum IT Freelancer des Jahres 2017
 






Bild: © TijanaM - shutterstock.com
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